Religion und Medien

oder: Religion in einer medialisierten Öffentlichkeit

Lindenstraße und Salafisten

Posted on | Juni 11, 2012 | No Comments

Neulich in Köln: „1. Islamische Friedenskongress“, abgehalten von Salafisten.

Angesichts der Begriffskombination von „Frieden“ und „Salafisten“ reibt man sich schon die Augen. Lese ich richtig? Waren da nicht neulich einige Übergriffe auf Polizisten? Und besagt nicht die Analyse des Innenministers H.-P. Friedrich, dass sich Attentäter aus den Reihen der Salafisten rekrutieren? Und weist nicht der Verfassungsschutz darauf hin, dass die Salafisten „weltliche“ Gesetze nicht gelten lassen? Und …

Doch es geht noch weiter. Auf dem Podium steht der Konvertit Pierre Vogel, der in der Vergangenheit mit markigen Auftritten beeindruckte (derentwegen ihm öfters das Prädikat „Hassprediger“ verliehen wurde), am selbigen Tage aber recht zahm wirkt. Und plötzlich steigt ein Bekannter aus der Lindenstraße auf die Bühne und kuschelt sich an Vogel: Willi Herren alias Olli Klatt. Er sei „begeistert von den fundamentalistischen Ansichten Vogels: ‚Ich finde das ganz toll, das hat mit Hass überhaupt nichts zu tun‘, zitiert ihn die ‚Rheinische Post‘. Weiter heißt es, Herren habe Vogel als ‚herzensguten Menschen‘ bezeichnet. Auch er sei religiös, so Herren. Er gehe einmal im Monat mit seiner Tochter den Kölner Dom, um dort eine Kerze anzuzünden.“ (zit. nach → FOCUS, 11.06.2012)

Na, Herr Herren, bei einem monatlichen Gang in den Dom stellt sich gewiss eine gründliche religiöse Bildung ein, die auch den Blick dafür schärft, wo die Gefahren des Religiösen liegen.

(Wer Weiteres  lesen will siehe z.B. → J. Diehl, Pierre Vogel. Islamisten-Prediger kreuzbrav [SPIEGEL, 09.06.2012])

 

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